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Ein Chan-Vers betrachtet — Als der Gedulds-Unsterbliche in der Meditation unter den Bäumen saß, zerstückelte König Kali einst seine Glieder

Chan-Meister Guishan Zhizhen aus der Tang-Dynastie

Verse zur Ermahnung und Darbietung vor der Versammlung (II)

Chan-Meister Guishan Zhizhen aus der Tang-Dynastie

Als der Gedulds-Unsterbliche in der Meditation unter den Bäumen saß, zerstückelte ihn König Kali einst, Glied für Glied. Wie viel mehr noch in unserer heiligen Dynastie, wo solches nicht geschehen ist — nur wurde befohlen, den Weg aufzugeben; welchen Grund zur Trauer gibt es da?

Der Eingang greift die wohlbekannte Erzählung auf, in der Śākyamuni Buddha in einem früheren Leben die Praxis der Geduld kultivierte. Der Unsterbliche der Geduld saß in Meditation in einem Bergwald, als König Kali, der eine Jagdgesellschaft anführte, an diesen Ort kam. Von Eifersucht und Zorn verzehrt, zog der König sein Schwert und zerstückelte ihn, Glied für Glied. Der Unsterbliche ertrug es, ohne sich zu rühren, frei von Hass und Groll, und sein Leib war alsbald wiederhergestellt. Dieses Verspaar setzt den Maßstab für den gesamten Vers: die gewaltsamste Zwangsmaßnahme, der ein Übender jemals ausgesetzt sein könnte, ist nichts weiter als eine Klinge am Leib, die ihm die Glieder Gelenk für Gelenk abtrennt. Wenn selbst eine solche äußerste Prüfung mit meditativem Herzen begegnet und durch Geduld gewandelt werden kann — welche Härte der Welt bliebe dann unerträglich? Der Vers leistet viel mit wenigen Worten: das eine Wort „einst" (曾) versetzt die Anspielung weit in die Vergangenheit, während das Wort „erleiden" (被) eine Haltung des Empfangens ohne Ablehnung bezeichnet, des ruhigen Tragens dessen, was kommt — und schon ahnen wir die gefasste Kraft dessen, der den Weg erlangt hat.

Die beiden letzten Zeilen wenden sich von der fernen Vergangenheit zur Gegenwart, und der Ton verschiebt sich in eine noch umfassendere Gelassenheit. „Wie viel mehr noch" (况) trägt beides in sich, Steigerung und Zufriedenheit: Der Unsterbliche der Geduld, dem die vier Glieder abgehauen wurden, vermochte dennoch ohne Hass zu erdulden; heute hat die Huichang-Verfolgung kein einziges Schwert gezogen, sondern den Mönchen lediglich befohlen, in das Laienleben zurückzukehren und die Ausübung des Weges einzustellen. Verglichen mit dem, was die Menschen alter Zeit ertrugen, ist dies bei weitem leichter — wo also ist da die Trauer? Die regierende Dynastie als „Heilige Dynastie" (圣朝) zu bezeichnen ist vollkommen aufrichtig; die drei Zeichen „solches ist nicht geschehen" (无此事) sind schlicht ein der Wirklichkeit gemäßes Erkennen, frei von Groll oder Vorwurf. Die vier Zeichen „nur wurde befohlen, den Weg aufzugeben" (只令休道) enthüllen am deutlichsten das Werk der Praxis. Angesichts der Dharma-Verfolgung ist zwar der Leib ins Laienleben zurückgekehrt, doch der Geist hat niemals gewankt — die Wendung gleitet leicht darüber hinweg, ohne die geringste Spur von Bestürzung oder Beklemmung zu zeigen. Der Schlusssatz „welchen Grund zur Trauer gibt es da" (亦何悲) endet in einer rhetorischen Frage; zunächst scheint er bloße Selbsttröstung zu sein, doch in Wahrheit sind Glück und Unglück, Leid und Freude, allesamt mit einem Blick durchschaut worden. In all den achtundzwanzig Zeichen des Verses findet sich kein einziges Wort der Klage, kein einziger Satz des Widerstands — nur eine einzige Weite leuchtenden Geistes, die die Pāramitā der Geduld auf die Erde herabholt und in gelebter Erfahrung verwurzelt.