Die drei fortschreitenden Stufen der Praxis des Shurangama-Mantras
„Wenn ihr die Gebote vollständig auf euch genommen habt" bezieht sich sowohl auf die Reinheit eurer Gebotsnatur als auch auf die Reinheit der Geboteseinhaltung. Der Ausdruck „zieht frische, saubere Kleider an" bedeutet, dass ihr beim Bet...
◎ Das Mantra rezitieren, um Hindernisse zu überwinden
„Wenn ihr die Gebote vollständig auf euch genommen habt" bezieht sich sowohl auf die Reinheit eurer Gebotsnatur als auch auf die Reinheit der Geboteseinhaltung. Der Ausdruck „zieht frische, saubere Kleider an" bedeutet, dass ihr beim Betreten des Ritualaltars reine Gewänder tragen müsst; diese müssen nicht neu gekauft, aber frisch gewaschen sein. So solltet ihr beispielsweise eure Meditationsgewänder nicht in das Badezimmer tragen; ihr benötigt saubere, unbefleckte Gewänder, die ausschließlich der Praxis vorbehalten sind. Dies bezieht sich auf die Reinheit der Ritualgewänder.
„Entzündet Räucherwerk" bedeutet, dass euer Ritualaltar ordentlich sein und Räucherwerk entzündet sein muss; dies bezieht sich auf die Reinheit des Ritualaltars. „Weilt in stiller Abgeschiedenheit" bezieht sich hier auf die innere Reinheit: Legt alle weltlichen Angelegenheiten und Ablenkungen beiseite, verbannt übermäßige müßige Gedanken aus eurem Geist und vermeidet es, zu viele weltliche Aufgaben zu übernehmen.
Auf der Grundlage dieser drei Formen von Reinheit – der Reinheit der Ritualgewänder, der Reinheit des Ritualaltars und der Reinheit des Geistes – rezitieren wir dieses heilige Mantra 108-mal. Die genaue Rezitationsweise erläutern wir später im Detail.
Diese Passage erklärt, dass zur Errichtung eines Ritualaltars fünf Formen der Reinheit erfüllt sein müssen. Erstens: Empfangt die Gebote gemäß dem Dharma, damit eure Gebotsnatur rein ist. Zweitens: Haltet die Gebote rein ein. Drittens: Bewahrt die Reinheit eurer Ritualgewänder – haltet einen Satz sauberer Kleidung bereit, der ausschließlich während der Praxis getragen wird. Viertens: Sorgt für die Reinheit des Ritualaltars. Fünftens: Bewahrt die innere Reinheit. Diese fünf Formen der Reinheit sind geschickte Mittel für unsere spirituelle Übung.
2. Die formelle Praxis
Dieser Abschnitt behandelt die Errichtung des Ritualaltars und die formelle Mantrapraxis zur Überwindung von Hindernissen. Er gliedert sich in drei Teile. Wenden wir uns zunächst dem ersten Teil zu.
◎ Das Abstecken der Grenze, um den Segen des Buddhas zu erbitten
„Dann errichtet die Grenze, richtet die Übungsstätte ein und bittet die unübertroffenen Tathagatas der zehn Richtungen, die in allen gegenwärtigen Ländern weilen, aus ihren Scheiteln großes mitfühlendes Licht auszustrahlen und euer Haupt zu salben."
Beim Errichten eines Ritualaltars müsst ihr zunächst eine Grenze ziehen. Diese Grenze wird nicht durch die rituellen Karma-Verfahren der Bhikshu-Gebote begründet; sie wird durch die Mantrapraxis errichtet. Ihr rezitiert das Shurangama-Mantra, umschreitet den Altar dreimal und besprengt ihn anschließend mit geweihtem Wasser, wobei ihr mithilfe des Mantras die Grenze formell errichtet. Diese wird sodann zum Ritualaltar eurer Praxis.
Während des gesamten Prozesses der Mantrarezitation und des Besprengens mit geweihtem Wasser müsst ihr aufrichtig die unübertroffenen, verehrten Tathagatas der zehn Richtungen, die in allen Welten weilen, bitten, aus ihren Scheiteln großes mitfühlendes Licht auszustrahlen und die Häupter aller Praktizierenden zu salben. Dies bezeichnen wir als die wechselseitige Resonanz: Das große mitfühlende Licht des Buddhas salbt den reinen Geist der fühlenden Wesen und schafft so ein lebendiges Band zwischen dem Buddha und allen Praktizierenden. Kurz gesagt rezitieren wir das Mantra, um den Segen aller Buddhas der zehn Richtungen zur Errichtung der Grenze zu erbitten. Wenden wir uns nun dem zweiten Teil zu.
◎ Das Ablegen der Bodhisattva-Gelübde
„Ananda! Im späteren Zeitalter sollen reine Bhikshus, Bhikshunis und weltliche männliche und weibliche Spender, die Gier und Begierde in ihrem Geist gelöscht haben, die reinen Gebote des Buddhas einhalten, in der Übungsstätte die Bodhisattva-Gelübde ablegen, beim Betreten und Verlassen der Stätte baden, den Weg in allen sechs Tageszeiten üben und 21 Tage lang wach bleiben ohne zu schlafen."
Diese Passage gibt einen kurzen Überblick über die Praxis, die nach der Errichtung des Ritualaltars durchgeführt wird. Sie besagt: Ananda! Der Begriff „reine Bhikshus im Zeitalter des Verfalls" bezieht sich auf Bhikshus, die sowohl in ihrer Gebotsnatur als auch in der Einhaltung der Gebote rein sind. Während des Grenzziehungsprozesses ist es Sramanas (Novizenmönchen) und weltlichen Praktizierenden nicht gestattet, das Gelände des Ritualaltars zu betreten; nur reine Bhikshus dürfen an der Errichtung der Grenze mitwirken. Sobald die Grenze vollständig errichtet ist, dürfen Mitpraktizierende, die das Shurangama-Mantra gemeinsam üben möchten, das Gelände betreten – darunter Bhikshunis, weltliche Praktizierende und andere Dharma-Freunde, die einer nach dem anderen eintreten.
Diese Passage umreißt die drei Stufen der Praxis des Shurangama-Mantras:
Die erste Stufe besteht darin, Gier und Begierde im Geist zu löschen und die reinen Gebote des Buddhas einzuhalten. Dies umfasst sowohl Geboteseinhaltung als auch Reue: Ihr müsst die karmischen Verfehlungen des Tötens, Stehlens, sexueller Verfehlungen und der Lüge, die seit anfangsloser Zeit angesammelt wurden, bereuen und die vier reinen Gebote, die diese vier unheilsamen Handlungen verbieten, streng befolgen – wobei ihr Reue und Geboteseinhaltung gleichzeitig übt.
Die zweite Stufe besteht darin, die Bodhisattva-Gelübde im Ritualaltar abzulegen. Wir werden dies später ausführlicher erläutern; hier wird es nur kurz erwähnt. Die erste Sieben-Tage-Periode dient der Reue, die zweite Sieben-Tage-Periode dem Ablegen der Bodhisattva-Gelübde – der vier großen Gelübde: „Die fühlenden Wesen sind grenzenlos, ich gelobe, sie alle zu erlösen; die Leidenschaften sind unerschöpflich, ich gelobe, ihnen allen ein Ende zu setzen; die Dharma-Tore sind unermesslich, ich gelobe, sie alle zu meistern; der Weg des Buddhas ist erhaben, ich gelobe, ihn zu verwirklichen." Ihr entfaltet großes Mitgefühl, indem ihr euch mit der Welt der fühlenden Wesen verbindet, und große Weisheit, indem ihr euch mit der Welt der Buddhas verbindet. So strebt ihr nach dem höchsten Erwachen für euch selbst und befreit die fühlenden Wesen vom Leiden. Sieben Tage lang übt ihr dies, um die Aspirationen des Bodhisattvas in eurem Geist vollständig zu festigen.
Die dritte Sieben-Tage-Periode erfordert Baden beim Betreten und Verlassen des Ritualaltars sowie das Üben des Weges während aller sechs Tages- und Nachtzeiten. Dies ist der Zeitpunkt, an dem ihr formell mit der Rezitation des Mantras beginnt. Wann immer ihr den Ritualaltar verlasst, müsst ihr euch gründlich reinigen, bevor ihr wieder eintretet, und euch während aller sechs Tages- und Nachtzeiten ausschließlich auf die Rezitation des Mantras konzentrieren. Insgesamt dauert diese Praxis 21 Tage – mit einem festgelegten Zeitrahmen für die Erlangung spiritueller Verwirklichung –, und es ist euch nicht gestattet, während dieser Zeit zu schlafen. Der Nutzen dieser Praxis ist gewaltig: Innerhalb dieser 21 Tage werdet ihr unmittelbar alle Buddhas der zehn Richtungen vor euch erscheinen sehen, alle karmischen Hindernisse, die seit anfangsloser Zeit angesammelt wurden, auslöschen, vergangene wie gegenwärtige Verfehlungen des Tötens, Stehlens, sexueller Verfehlungen und der Lüge tilgen, die Segnung aller Buddhas der zehn Richtungen empfangen, die ihre Hände auf euer Haupt legen, und diejenigen mit scharfen spirituellen Fähigkeiten mögen den heiligen Weg sogar sofort verwirklichen.