Worauf ruhen die Himmel des Landes der Glückseligkeit?
Zuvor haben wir gesehen, dass das Westliche Reine Land der Höchsten Glückseligkeit aus den sieben Kostbarkeiten besteht. Dort gibt es weder den Berg Sumeru noch große Ozeane, kleinere Meere, Bäche oder Kanäle, Brunnen oder Täler, noch ei...
Zuvor haben wir gesehen, dass das Westliche Reine Land der Höchsten Glückseligkeit aus den sieben Kostbarkeiten besteht. Dort gibt es weder den Berg Sumeru noch große Ozeane, kleinere Meere, Bäche oder Kanäle, Brunnen oder Täler, noch einen Wechsel der vier Jahreszeiten.
Als Ānanda dies hörte, war er tief ergriffen und voller Staunen. Die Frage, die er daraufhin stellte, wäre eine, die jeder gewöhnliche Mensch, der im Sinne künftiger Generationen denkt, ganz natürlich aus seiner alltäglichen menschlichen Sicht heraus aufwerfen würde.
In unserer Welt ist der Berg Sumeru fester Bestandteil der Geographie. Sowohl der Himmel der Vier Himmlischen Könige als auch der Trāyastriṃśa-Himmel ruhen auf ihm. Da das Sutra sagt, das Westliche Reine Land habe Erdboden, liegt es nahe, vom gesunden Menschenverstand aus anzunehmen, dass es dort, wo es Erdboden gibt, auch Himmel geben muss. Wo also befinden sich diese Himmel? Worauf ruhen sie?
Die Frage nahm diese Gestalt an: In unserer Welt leben die Vier Himmlischen Könige in der Mitte des Berges Sumeru, der Trāyastriṃśa-Himmel an dessen Gipfel. Auch das Westliche Reine Land müsste demnach über eigene Himmel verfügen. Doch ohne einen Berg Sumeru, auf dem sie ruhen könnten – wo befinden sie sich dann? Das war die Frage.
Der Buddha antwortete nicht unmittelbar. Stattdessen wandte Er die Frage an Ānanda zurück und erkundigte sich nach dem dritten Himmel des Begehrensreichs – dem Yāma-Himmel – und aufwärts durch die achtzehn Ebenen des Formreichs bis zum Akaniṣṭha-Himmel. Über dem Yāma-Himmel befinden sich der Trāyastriṃśa-Himmel, der Nirmāṇarati-Himmel, der Paranirmitavaśavartin-Himmel sowie die achtzehn Himmel des Formreichs, deren höchster der Akaniṣṭha-Himmel ist.
Der Akaniṣṭha-Himmel ist der höchste des Formreichs, auch als Formgipfel bezeichnet.
Worauf also ruhen diese Himmel? Vom Yāma-Himmel aufwärts ruhen sie hingegen nicht auf dem Erdboden, sondern im leeren Raum. Das war der eigentliche Punkt Seiner Gegenfrage.
Es handelt sich um eine hypothetische Gegenfrage. Der Buddha erklärt nicht, dass das Westliche Reine Land diese Himmel vom Yāma- bis zum Akaniṣṭha-Himmel umfasst. Vielmehr verweist Er anhand der drei Reiche unserer Welt darauf, dass selbst diese Himmel im leeren Raum keinen Berg Sumeru haben, auf dem sie ruhen könnten – worauf also ruhen sie? Der weise Ānanda erkannte das sofort: Sie ruhen im leeren Raum.
Betrachten wir die irdischen Himmel unserer Welt. Unter ihnen liegt das Erdrad, das vom Wasserrad getragen wird. Unter dem Wasserrad liegt das Windrad: Sein dichter Wind trägt das Wasser, das die Erde trägt, auf der wiederum der Berg Sumeru und die darauf ruhenden Himmel ruhen.
Vom Yāma-Himmel aufwärts ruhen sie hingegen nicht auf dem Erdboden, sondern im leeren Raum, getragen vom dichten Windrad in diesem Raum. Welches Prinzip liegt dem zugrunde? Ānanda brachte es auf den Punkt: Das Wirken von Karma und seiner Früchte entzieht sich jeder Vorstellung. Durch die heilsamen karmischen Ursachen, die aus ihren zehn guten Taten erwachsen, erlangen diese Wesen – vom Yāma-Himmel bis zum Akaniṣṭha-Himmel – die Frucht, im leeren Raum zu verweilen. Das ist die unvorstellbare Kraft des Karma.
Die Schriften sprechen oft von der unvorstellbaren karmischen Kraft der fühlenden Wesen, der unvorstellbaren Natur ihrer Taten sowie der unfassbaren Beschaffenheit der Reiche, in denen sie leben.
Aufbauend auf diesen Ausführungen sprach der Buddha zu Ānanda: Da die karmischen Taten und Früchte der Wesen in dieser Sahā-Welt bereits jenseits aller Vorstellung liegen, um wie viel mehr gilt das für die Welten der Buddhas – und um wie viel unvorstellbarer erst das Reine Land, das aus den großen mitfühlenden Gelübden des Amitābha Buddha hervorgeht und von Seiner Kraft nach der Erleuchtung getragen wird?
Die Art, wie das Westliche Reine Land getragen wird, liegt jenseits der drei Reiche. Seine Bewohner werden durch ihre eigene verdienstvolle und heilsame Kraft wiedergeboren – indem sie die Gebote einhalten und den Namen des Buddha rezitieren, durch Glaube und Streben sowie durch die Tugend des Dreifachen Reinen Karmas. Sie weilen in einem Reinen Land, das durch das über unzählige Kalpas angesammelte Verdienst des Amitābha Buddha geschmiedet wurde.
Das ist das Zusammentreffen zweier Unvorstellbarkeiten: der verdienstvollen Kraft jener, die den Namen des Buddha rezitieren, und des vollendeten Reinen Landes des Amitābha Buddha. Solche Dinge ergeben sich auf natürliche, spontane Weise. Daher bedarf es keines Berges Sumeru, und dennoch steht die Welt fest.