Ven. Gangxiao: EKT-Therapie bei schwer behandelbaren Erkrankungen — Kapitel 1: Die Frage aufwerfen
Es gibt eine Gruppe von Erkrankungen, die ihre Wurzeln in psychologischen Faktoren haben. Werden sie mit herkömmlicher physiologischer Medizin behandelt, sprechen sie oft schlecht an und gelten dann als schwer behandelbare Zustände. EKT ...
Zusammenfassung: Es gibt eine Gruppe von Erkrankungen, die ihre Wurzeln in psychologischen Faktoren haben. Werden sie mit herkömmlicher physiologischer Medizin behandelt, sprechen sie oft schlecht an und gelten dann als schwer behandelbare Zustände. EKT ist sowohl eine gerätegestützte Therapie als auch zugleich eine schnelle, sichere und kostengünstige Form der psychologischen Behandlung. Zudem hat sie einen eindeutigen Vorteil: Sie wirkt universell. Anders als andere Formen der Psychotherapie erfordert sie keine Ermittlung der spezifischen Ursachen für das psychische Leid einer Person.
Kapitel 1: Die Frage aufwerfen
Die Medizin ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sich große Operationen wie das Öffnen der Brust oder des Schädels mühelos durchführen lassen, doch gegen bestimmte kleinere Beschwerden ist sie nach wie vor machtlos. Seit Jahren behaupten Menschen immer wieder, für die unterschiedlichsten Leiden „Wunderheilungen" entdeckt zu haben, doch keine von ihnen hat der Zeit standgehalten. Manche chronische Erkrankungen heilen nie vollständig aus, und wiederkehrende Beschwerden flammen immer wieder auf — genau wie seit jeher. In den 1980er-Jahren beispielsweise behauptete jemand, das „Göttliche Wasser Chinas" zur Behandlung von Alopecia areata erfunden zu haben. Es erlangte über Nacht sowohl im In- als auch im Ausland große Berühmtheit, doch mehr als ein Jahrzehnt später wird Alopecia areata immer noch weithin als hartnäckige, unheilbare Erkrankung eingestuft. Erfahrene Chemieingenieure entwickelten ein „Wundermittel" gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, das sogar Eingang in universitäre Lehrbücher fand — doch kurz darauf stellten Kliniker fest, dass die Rückfallquote sehr hoch war, sobald die Patienten die Einnahme einstellten. Das Neutralisieren von Magensäure durch alkalisches Natron, das Verdünnen erhöhter Blutviskosität und hoher Blutfettwerte mithilfe von Kochsalzlösung, das Weiten der Atemwege zur Asthma-Linderung… All diese Maßnahmen wirken offensichtlich nur kurzfristig. So wirksam sie im Moment auch sein mögen: Sobald die alkalische Reaktion abgeklungen ist, die überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper ausgeschieden wurde und das Medikament vollständig abgebaut ist, kehrt die Magensäure zurück, das Blut bleibt zäh und fettreich, das Asthma flammt erneut auf… Manche chronische und wiederkehrende Erkrankungen werden letztlich als schwer behandelbar oder gar therapieresistent eingestuft.
Warum geschieht das?
Professor Shōma Morita (1874–1938) erklärte, dies liege daran, „dass die medizinische Perspektive unserer Zeit oft übermäßig vereinfacht und strikt auf biologische Faktoren beschränkt ist. Wenn jemand mit einer so verbreiteten Beschwerde wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit vorstellig wird, konzentrieren sich Kliniker sofort und einseitig auf die Frage, ob das Gehirn gestaut ist oder das Blut ‚vergiftet' — ohne psychologische Faktoren zu berücksichtigen, geschweige denn dynamische, gelebte Realitäten wie die Einstellung eines Patienten zum täglichen Leben." „Dadurch geraten wir in die leere Wahnvorstellung einer rein mechanistischen Denkweise, die bereits bei der bloßen Erwähnung einer Krankheit sofort die Ausstellung eines Rezepts verlangt." Diese beiden Passagen finden sich auf den Seiten 4 und 8 von Die radikale Heilung der Neurasthenie und der Zwangsgedanken, das 1996 vom Volksmedizinischen Verlag herausgegeben wurde.
Die von der Weltgesundheitsorganisation aktualisierte Gesundheitsdefinition besagt, dass ein Mensch nur dann vollständig gesund ist, wenn er über eine ungestörte körperliche und psychische Gesundheit sowie eine hohe soziale Anpassungsfähigkeit verfügt. Diese maßgebliche Definition wurde eingeführt, um dem Wandel vom rein biomedizinischen Modell hin zum biopsychosozialen Versorgungsmodell Rechnung zu tragen.
Manche Erkrankungen liegen überhaupt nicht oder nur teilweise in biologischen oder somatischen Ursachen begründet. Werden sie ausschließlich mit biomedizinischen Methoden behandelt, wie sollten sie da nicht zu schwer behandelbaren Zuständen werden?
Könnten einige Erkrankungen tatsächlich Ursachen haben, die außerhalb des biologischen und somatischen Bereichs liegen? Ja. Im Folgenden werde ich dies anhand mehrerer Perspektiven darlegen.