Vegetarische Mahlzeiten für Mönche im Namen von Verstorbenen
Ksitigarbha Bodhisattva fuhr fort und erklärte dem Ältesten, dass es für Wesen, die mit solch schweren karmischen Vergehen beladen sind, noch einen weiteren Weg gibt, wie ihre Angehörigen ihnen nach dem Tod helfen können: das Darbringen ...
Ksitigarbha Bodhisattva fuhr fort und erklärte dem Ältesten, dass es für Wesen, die mit solch schweren karmischen Vergehen beladen sind, noch einen weiteren Weg gibt, wie ihre Angehörigen ihnen nach dem Tod helfen können: das Darbringen vegetarischer Mahlzeiten in ihrem Namen. Das Darbringen vegetarischer Mahlzeiten – auch das Zubereiten und Ausrichten eines vegetarischen Festmahls genannt – bedeutet, dass die Familie selbst reine vegetarische Speisen zubereitet und sie der Sangha darbringt. Auf diese Weise kann sie dazu beitragen, den Verstorbenen zur Befreiung aus den drei niederen Daseinsbereichen zu verhelfen.
Das Wesen dieser Praxis liegt in der Ehrfurcht – sie mit äußerster Achtung und Hingabe auszuführen. Doch wie zeigt sich solche Ehrfurcht in der Praxis? Bevor die Sangha ihre Mahlzeit beendet hat, darf im gesamten Verlauf der Zubereitung weder Reis, Spülwasser noch Gemüseabschnitte auf den Boden gelangen. Stattdessen werden sie in einem geeigneten Behälter gesammelt.
Die zubereiteten Speisen müssen zuerst dem Buddha und der Sangha dargebracht werden. Man darf nicht selbst davon essen, bevor dies geschehen ist. Zuerst zu essen zeugt von mangelndem Respekt. Bereits Gegessenes gilt als Reste, und diese dann dem Buddha und der Sangha darzubringen, ist respektlos. Man spricht hier von unrechtmäßiger Speise – dargebracht unter Verletzung der Gelübde und nicht im Einklang mit dem Dharma. Ebenso zeugt es von mangelnder Sorgfalt, Gemüseabschnitte, Reis und Spülwasser auf den Boden zu werfen. Die richtige Praxis ist, mit dem Entsorgen zu warten, bis die Darbringung erfolgt ist und die Sangha sich entfernt hat. So wahrt man die Sorgfalt.
In manchen südlichen Provinzen Chinas kann die Hingabe bei der Zubereitung der Speisen für Buddha und Sangha außergewöhnliche Formen annehmen. So erzählte mir kürzlich ein Laienpraktizierender aus Chaozhou, der bei der Zubereitung der vegetarischen Mahlzeiten für die Einweihungszeremonie der großen Buddha-Statue unseres Donglin-Klosters helfen wollte, dass er die Gerichte kniend anbrate – die ganze Zeit über. Welch tiefe Ehrfurcht! Werden die richtigen Abläufe nicht eingehalten und fehlt es an Respekt, so nützt die Darbringung dem Verstorbenen nichts – selbst wenn sie stattgefunden hat.
Werden Sorgfalt und Reinheit gewahrt und Buddha sowie Sangha mit Hingabe beschenkt, so erhält der Verstorbene ein Siebtel des erzeugten Verdienstes, die lebenden Angehörigen in dieser Welt hingegen sechs Siebtel.
Zusammengefasst: Ältester, wenn die Wesen Süd-Jambudvīpas nach dem Tod ihrer Mutter, ihres Vaters oder anderer Familienangehöriger in der Lage sind, vegetarische Festmähler auszurichten und Darbringungen in ihrem Namen zu machen – aufrichtig, sorgfältig und getreu –, dann werden sowohl die Lebenden als auch die Verstorbenen davon profitieren.
Als Ksitigarbha Bodhisattva diese Worte sprach, ließen die zahllosen Geister und Gespenster aus Jambudvīpa – unzählige Nayuten, in die Hunderte von Millionen reichend –, die im Trāyastriṃśa-Himmel versammelt waren, beim Hören seiner Lehre das höchste Bodhicitta entstehen.
Warum konnten diese Geister auf dieser Dharma-Versammlung das höchste Bodhicitta entstehen lassen? Zwar sind Geister und Gespenster im Allgemeinen aufrichtiger und können heilsames Karma entwickeln, doch tragen auch sie ihre eigenen Befleckungen. So neigen sie etwa zu tiefem Hass und nähren sich von Fleisch und Blut. Daher werden ihnen bei Opfergaben oft Wein und Fleisch dargebracht – teils aus Furcht, ihren Zorn zu erregen, teils weil solche Wesen einem das Leben schwer machen, wenn sie erzürnt sind. Viele Menschen opfern ihnen Fleisch und Wein allein, um sie zu besänftigen und Ärger zu vermeiden.
In diesem Kapitel jedoch hörten diese Geister erstmals von Ksitigarbha Bodhisattva, dass solche Opfergaben ihnen keinen wirklichen Nutzen bringen. Als sie dies vernahmen, wandten sie den Blick nach innen und erkannten, dass sie, im Reich der Geister und Gespenster weilend, zwar einigen Menschen nützten, aber weit mehr schadeten. Bewegt von dieser Erkenntnis strebten sie danach, das höchste Bodhicitta hervorzubringen, fest entschlossen, dem Beispiel des Ksitigarbha Bodhisattva zu folgen.