Die Zeit schätzen und niemals verschwenden: Reines Karma in jedem Augenblick kultivieren
Unsere Praxis des Reinen Landes zielt unmittelbar auf die Erlangung der Buddhaschaft. Wir halten nicht auf halbem Weg in der Scheinstadt an, noch streben wir das partielle Nirvana der Sravakas an. Wenn wir die Buddha-Rezitation beiseitel...
Unsere Praxis des Reinen Landes zielt unmittelbar auf die Erlangung der Buddhaschaft. Wir halten nicht auf halbem Weg in der Scheinstadt an, noch streben wir das partielle Nirvana der Sravakas an. Wenn wir die Buddha-Rezitation beiseitelegen, das Streben nach der Buddhaschaft des Mahayana aufgeben und uns stattdessen mit einem partiellen Nirvana zufriedengeben – etwa damit, nur die neunte Stufe meditativer Versenkung zu erreichen –, wäre das wahrlich eine Verschwendung von Zeit.
Wenn du in jenem partiellen Nirvana verweilst, es behaglich genießt, ohne jegliches Verlangen, weiter voranzuschreiten; wenn du nicht das große Bodhisattva-Gelöbnis des Mahayana zu erwecken vermagst und auch nicht das Streben hegen kannst, das Reine Land zu schmücken und allen fühlenden Wesen zu nützen – dann wirst du zu dem, was man einen »verbrannten Spross oder einen verdorbenen Samen« nennt, und bist für immer unfähig, die Buddhaschaft zu erlangen! Das wäre eine wahrhafte Verschwendung von Zeit: Die kostbare Zeit, die uns in diesem Leben zur Verfügung steht, wäre vergeben. Es wäre, als würde man hundert Millionen investieren, um am Ende überhaupt keine Rendite zu erhalten – ein Totalverlust.
Bedenke das unschätzbare wunscherfüllende Juwel, das auch als Cintamani bekannt ist. Warum heißt es »wunscherfüllend«? Sobald ein Gedanke in deinem Geist aufsteigt, kann es alles, was du dir wünschst, unmittelbar manifestieren. Der Überlieferung nach zieht ein Weltenlenker (Chakravartin), sobald er in der Welt erscheint, durch die Kraft seiner Verdienste und Tugenden dieses wunscherfüllende Juwel herbei. Er nimmt einen hohen Stab, befestigt das Juwel oben daran, fastet und reinigt sich und betet dann. Da ein Weltenlenker die Zehn heilsamen Handlungen übt, hat er das Mitgefühl, allen Wesen zu nützen.
Wenn er fühlende Wesen sieht, die an Nahrung, Kleidung, Bettzeug oder Medizin mangeln, betet er zum wunscherfüllenden Juwel. Daraufhin lässt das Juwel eine Fülle von Kleidung, Nahrung und Medizin erscheinen, die er an die Bedürftigen verteilen kann. Ein solches wunscherfüllendes Juwel ist wahrlich unschätzbar. Wenn du dieses unschätzbare Juwel nehmen, verkaufen und gegen ein einziges Kleidungsstück oder nur eine einzige Mahlzeit eintauschen würdest, hieltest du das für ein gutes Geschäft? Genau das ist der Punkt! Sich mit der Frucht eines Sravaka zufriedenzugeben, gleicht genau dem, das unschätzbare Cintamani gegen ein einziges Kleidungsstück oder eine einzige Mahlzeit einzutauschen. Und wenn du dich gar mit den befleckten, ausfließenden Früchten der menschlichen und himmlischen Bereiche zufriedengibst und einzig und allein menschlichen und himmlischen Segen anstrebst? Das wäre noch weit schlimmer.
Daher mahnen uns die Patriarchen und großen Meister immer wieder: Wer Buddha rezitiert, darf niemals bloß menschlichen oder himmlischen Segen anstreben! Wer das tut, zeigt, dass er die Vorzüge der Buddha-Rezitation und den Wert dieses wunscherfüllenden Juwels überhaupt nicht versteht.
Es gibt sogar Menschen, deren Streben nicht einmal darauf ausgerichtet ist, menschlichen und himmlischen Segen zu erlangen. Was suchen sie stattdessen? Sie beten um mehr Goldbarren im Jenseits, in dem Glauben, dass jede Rezitation des Buddha-Namens ihnen nach dem Tod einen zusätzlichen Barren einbringt. Was für eine Geisteshaltung ist das? Es ist wahrlich bemitleidenswert! Dieses wunscherfüllende Juwel hat die Kraft, uns zur Buddhaschaft zu führen und uns genau wie Amitabha-Buddha werden zu lassen: begabt mit unendlichem Licht, unendlichem Leben, unendlicher Weisheit, unendlicher Beredsamkeit, unendlichem Verdienst und unendlichen herrlichen Merkmalen! Wie könnten wir es zu etwas so Geringem herabwürdigen? Genau deshalb müssen wir rechte Erkenntnis und rechte Ansichten entwickeln. Diese Lehre soll uns genau dabei unterstützen.
Wenn wir unsere geistige Essenz in so hohem Wert halten und unsere Zeit so wertschätzen können, dann bedeutet die Achtung unserer geistigen Essenz, den Buddha-Namen in jedem Gedanken achtsam zu rezitieren. Die Wertschätzung unserer Zeit, damit sie nicht vergeudet wird, bedeutet, die Praxis des Reinen Landes in jedem einzelnen Moment zu kultivieren. Auf diese Weise wird unser Geist zutiefst gesammelt.
Der Geist muss gesammelt und einsgerichtet sein, nicht zerstreut. Wenn wir einsgerichtet sind, fällt es uns leicht, mit Amitabha-Buddha in Resonanz zu treten. Wenn unsere Praxis des Reinen Landes fleißig und ununterbrochen ist, wird unser reines Karma auf natürliche Weise reifen und zur Entfaltung kommen. Das ist das Grundprinzip.
Daher gibt es keine geheime Formel für die Buddha-Rezitation. Solange wir mit äußerster Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit und Einsgerichtetheit rezitieren, können wir das ultimative Problem des Lebens und des Todes lösen. Unabhängig von deinem Übungsgrad umfasst diese Praxis Menschen aller Befähigungsstufen – ob ihre Befähigung hoch, mittel oder niedrig ist.
In weltlicher Hinsicht ist es ein völlig belangloser, oberflächlicher Unterschied, ob jemand etwas klug oder etwas begriffsstutzig ist. Wie unwissend ein Mensch auch sein mag, die grundlegende Essenz seiner wahren Natur ist vollkommen gleich der eines Buddha.