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Unbewegt von den Acht Winden – doch für einen Furz rannte er über den Fluss

Zwischen ihnen floss der Jangtse. Am nahen Ufer lebte der angesehene Chan-Meister Foyin; am fernen Ufer lebte der berühmte buddhistische Gelehrte Su Dongpo. Die beiden schätzten einander sehr und besuchten sich häufig.

Zwischen ihnen floss der Jangtse. Am nahen Ufer lebte der angesehene Chan-Meister Foyin; am fernen Ufer lebte der berühmte buddhistische Gelehrte Su Dongpo. Die beiden schätzten einander sehr und besuchten sich häufig.

Eines Tages suchte Su Dongpo Foyin auf und erfuhr von einem Diener nur, dass der Meister ausgegangen war – allerdings nicht weit. Der Fluss war nicht leicht zu überqueren, und da er schon einmal hier war, blieb er einfach. Su nahm in den Gemächern des Abtes Platz, um zu warten.

Beim dritten Teeaufguss war noch immer keine Spur des Gastgebers zu sehen. Der Gelehrte Su wurde langsam ungeduldig.

Er griff zu Pinsel und Papier und verfasste einen Vers:

Heiliger Herr, Deva unter den Devas, Dein Strahlen leuchtet über die großen tausend Welten. Unbewegt von den Acht Winden, Sitzt du gelassen auf dem lila-goldenen Lotos!

Er strich sich über den Bart, sprach den Vers mehrmals leise vor sich hin und war sehr zufrieden damit.

Langes Warten führte zu nichts. Er verabschiedete sich vom Diener und kehrte über den Fluss zurück. Als Foyin zum Tempel zurückkehrte und das Gedicht sah, das Su hinterlassen hatte, lächelte er vor sich hin: Mein alter Freund preist da zwar die majestätische Kraft des Buddha, im Grunde aber prahlt er nur mit seinem eigenen Chan-Verständnis. Zeit, ihm eine gehörige Lektion zu erteilen. Er nahm seinen Pinsel und schrieb unter Su's Vers zwei kühne Schriftzeichen: „Furz!" Dann trug er dem Diener auf, die Notiz zu Su Dongpo über den Fluss zu bringen.

So vulgäre Sprache von einem Ordensmann? Su geriet in Zorn. Er setzte sofort wieder über den Fluss, entschlossen, die Sache mit Foyin auszufechten.

„Das ist ja völlig unverschämt!", brüllte er. „Warum gebrauchst du solche schmutzigen Worte, um mich zu widerlegen? Bin ich etwa kein frommer Buddhist? Du kennst mich seit all diesen Jahren – wie kannst du mir gegenüber nur so blind sein?"

Foyin wartete, bis Su's Zorn sich verausgabt hatte, winkte dann einmal mit der Hand vor seinem Gesicht und lächelte sanft: „Unbewegt von den Acht Winden – und doch lässt ein einziger Furz dich über den Fluss rasen!"