Drei vor drei, drei nach drei
Wuzhu Wenxi war ein Schüler von Yangshan Huiji. Auf seinem Weg zum Wutai-Gebirge kam er an einen wilden, abgelegenen Ort. Manjushri-Bodhisattva verwandelte den Ort in ein Kloster für ihn, und Manjushri selbst erschien in Gestalt eines al...
Wuzhu Wenxi war ein Schüler von Yangshan Huiji. Auf seinem Weg zum Wutai-Gebirge kam er an einen wilden, abgelegenen Ort. Manjushri-Bodhisattva verwandelte den Ort in ein Kloster für ihn, und Manjushri selbst erschien in Gestalt eines alten Mannes.
Der alte Mann fragte: Woher kommst du? Aus dem Süden.
Der alte Mann fragte: Wie steht es um das Dharma im Süden? Im Zeitalter des End-Dharma können nur wenige Mönche die Gebote wirklich halten.
Der alte Mann fragte erneut: Wie viele sind es? Mal dreihundert, mal fünfhundert. Wie steht es um das Dharma hier?
Der alte Mann antwortete: Weise und gewöhnliche Menschen leben zusammen; Fische und Drachen vermischen sich.
Wie viele sind es?
Der alte Mann antwortete: Drei vor drei, drei nach drei.
Später, beim Tee, hob Manjushri ein Glas und fragte Wuzhu: Habt ihr so etwas im Süden? Nein.
Woraus esst ihr gewöhnlich?
Wuzhu wusste nichts zu erwidern und konnte sich nur verabschieden. Der alte Mann beauftragte einen jungen Begleiter, ihn hinauszubegleiten. Wuzhu fragte den Begleiter: Dieses „Drei vor drei, drei nach drei" eben – wie viele genau sind das?
Der Begleiter rief: Ehrwürdiger! Wuzhu antwortete: „Ja?"
Der Begleiter fragte daraufhin: Wie viele? Wuzhu fragte erneut, um welches Kloster es sich hier handelte. Der Begleiter deutete hinter den Vajra.
Wuzhu drehte sich um, um nachzusehen. Kloster und Begleiter waren beide verschwunden – nur ein leeres Tal blieb zurück. Erst da wurde ihm klar, dass Manjushri sich offenbart hatte. Dieser Ort wurde später als Vajra-Höhle bekannt.