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Obwohl die Schuld der Gelübdeverletzung durch zeichenhafte Reue getilgt wird, besteht die zugrundeliegende weltliche karmische Schuld fort.

Obwohl die Schuld der Gelübdeverletzung durch zeichenhafte Reue getilgt wird, besteht die zugrundeliegende weltliche karmische Schuld fort.

Obwohl die Schuld der Gelübdeverletzung durch zeichenhafte Reue getilgt wird, besteht die zugrundeliegende weltliche karmische Schuld fort.

Meister Ouyi sagte: „Obwohl das Vergehen der Gebotsübertretung durch zeichenhafte Reue ausgerottet wird und man nicht in die drei üblen Pfade fällt, bleibt sein innewohnendes weltliches karmisches Vergehen bestehen. Sogar nach der Reue bleibt dieses innewohnende Vergehen bestehen. Daher muss man, sobald die entsprechenden karmischen Bedingungen zusammentreffen, diese alten karmischen Schulden noch begleichen. Nur wenn man Nirwana erreicht oder im Westlichen Reinen Land wiedergeboren wird, kann man davon befreit werden und braucht keine karmische Vergeltung mehr zu erleiden.

Wenn wir Reue praktizieren, fallen die von uns geschaffenen karmischen Vergehen in zwei Kategorien: erstens die aggregierte karmische Vergeltung der drei Daseinsbereiche; zweitens die unheilsamen karmischen Verbindungen, die wir mit anderen fühlenden Wesen geknüpft haben. Reue kann die aggregierte karmische Vergeltung der drei Daseinsbereiche beseitigen, sodass du nicht in die drei üblen Pfade gerätst. Ob das Wesen, dem du Leid zugefügt hast, dir jedoch verzeiht, liegt nicht in deiner Hand.

Mit anderen Worten: Selbst wenn dieser Teil deines Karmas gereinigt ist und du nicht mehr in die drei üblen Pfade geraten wirst, besteht die unheilsame karmische Verbindung zwischen dir und diesem Wesen weiter. Wenn du ihnen in einem künftigen Leben begegnest, können sie dir noch immer Leid zufügen. Deshalb wurden selbst die Emanationskörper des Buddha von manchen Menschen verleumdet und geschädigt. Natürlich verfügt der Buddha über ungehinderte spirituelle Kräfte: Er hat die Leerheit des Selbst und die Leerheit aller Dharmas verwirklicht und ist vollkommen im Dharma befreit. Zumindest reinigt unsere Reue die Hindernisse in unserem eigenen Leben, aber die komplexen, verwickelten karmischen Verbindungen, die wir mit fühlenden Wesen teilen, können nicht allein durch Reue vollständig gereinigt werden. Ob sie dir verzeihen, liegt allein bei ihnen, und das können wir nicht beeinflussen. Gerade deshalb entfaltet die Wiedergeburt im Westlichen Reinen Land eine so überaus wirksame Funktion.

Dieser Abschnitt behandelt die Betrachtung der wahren Solcherheit, die den einzelnen Moment unseres Geistes untersucht: Ist er ein kausaler Geist? Ein nicht-kausaler Geist? Ein von der Kausalität unterschiedener Geist? Ein sowohl von der Kausalität unterschiedener als auch nicht von ihr unterschiedener Geist? Ein weder kausaler noch nicht-kausaler Geist? Daher wird er als Geist bezeichnet. Hier bezeichnet ein „kausaler Geist“ einen Geist mit Willensabsicht: Der Begriff „Ursache“ steht für die Fähigkeit, karmische Ergebnisse hervorzubringen. Wir prüfen, ob dieser Geist ein bedingter Geist, ein unbedingter Geist, sowohl bedingt als auch unbedingt oder weder bedingt noch unbedingt ist. Die alten Meister analysierten dies anhand von vier logischen Perspektiven: Existenz; sowohl Existenz als auch Nicht-Existenz; Nicht-Existenz; und weder Existenz noch Nicht-Existenz. Wenn wir diese vier Propositionen zugrunde legen, erkennen wir, dass der Geist letztlich ungeboren ist.

Frage: Meister, ist auch der Weg des Reinen Landes eine Form von Reue-Praxis? Die Schriften besagen, dass das Rezitieren einer einzigen Nennung des Buddha-Namens schwere, über achtzig Milliarden Kalpas von Geburt und Tod angesammelte karmische Vergehen ausrotten kann. Heißt das, dass allein durch das Rezitieren des Buddha-Namens automatisch alle Vergehen ausgerottet werden können, ohne dass separate Reue-Praktiken nötig sind?

Meister Jingjie erwiderte: Ob das Rezitieren des Buddha-Namens Vergehen auszurotten vermag, hängt ganz von deinem Geisteszustand ab. Wir lehren, dass alle Phänomene ohne eigene Natur sind und vollständig durch den Geist transformiert werden: Strebt der Geist nach Erleuchtung, führen alle Phänomene zur Erleuchtung; strebt er nach Ruhm und Gewinn, führen alle Phänomene zu Ruhm und Gewinn. Der heilige Name Amitabha Buddhas verkörpert unermessliches, wahres Verdienst. Der Geisteszustand, den du in deine Praxis einbringst, ist jedoch entscheidend. Wenn du den Buddha-Namen rezitierst, ohne einen Geist der Reue und Scham hervorzubringen, kann er deine Vergehen selbstverständlich nicht ausrotten – für dich hat der Buddha-Name lediglich die Funktion, heilsames Karma zu schaffen. Der Kern der Reue liegt darin, deine Vergehen zu tadeln und dich künftig vor ihnen zu hüten. Wenn dieser Geisteszustand entsteht, kann sogar eine einfache Niederwerfung vor Amitabha Buddha deine Vergehen ausrotten.

Der Buddha-Name ist der all tugendhafte große Name: Er kann sowohl Vergehen ausrotten als auch heilsames Karma schaffen. Aber du musst die spezifischen Voraussetzungen erkennen, die es ihm ermöglichen, diese beiden Funktionen zu entfalten. Dies ist eine verdienstvolle Eigenschaft, aber um dieses Verdienst zu erlangen, musst du sein „Passwort“ finden – ohne dieses Passwort kommst du nicht hinein.

Wenn du keinen Geist der Reue und Scham hervorbringst, kann der Buddha-Name seine Funktion, unheilsames Karma auszurotten, nicht entfalten. Wenn du keinen Geist der Zuflucht hervorbringst, kann der Buddha-Name seine Funktion, heilsames Karma zu schaffen, nicht entfalten. Welche Rolle der heilige Name Amitabha Buddhas für dich spielt, hängt ganz von dem Geisteszustand ab, den du in deine Verbindung mit ihm einbringst. Das ist der Sinn dieser Lehre.