Meister Gangxiao: Die allgemeine Bedeutung des *Zhang Zhong Lun*, Teil Drei
Die allgemeine Bedeutung des Zhang Zhong Lun, Teil Drei
Die allgemeine Bedeutung des Zhang Zhong Lun, Teil Drei
Innerhalb der drei Reiche gibt es nur vorläufige Namen; in Wirklichkeit gibt es kein äußeres Objekt. Dies beruht auf verblendeter Anhaftung. Um denen, die die Wahrheit noch nicht erkannt haben, ein Tor zu öffnen — durch das sie die Eigennatur der Dharmas erkennen und ein unverzerrtes Verständnis erlangen mögen — habe ich diese Abhandlung verfasst.
Dies ist die erste Passage. Sie erklärt, warum Dignāga den Zhang Zhong Lun verfasst hat. Im Buddhismus nennen wir dies oft den Anlass einer Abhandlung. Genauso ist es bei uns eigentlich auch — wenn ich mich hinsetze, um etwas zu schreiben, dann muss es doch einen Grund geben, oder? ~~Nehmen wir an, ich habe einen Standpunkt, den ich darlegen möchte, oder — um ein bescheideneres Beispiel zu nehmen — ich bin so arm, dass ich keinen Bissen zu essen habe und schreibe einen Artikel, um ein paar Münzen zu verdienen. Auch das ist ein Zweck, wenn auch nicht gerade ein erhabener. Was also war Dignāgas Zweck bei der Abfassung des Zhang Zhong Lun? Sicher nicht, sich eine Schale Reis zu verdienen. Er sagt, dass innerhalb der drei Reiche alles in Wirklichkeit nur ein vorläufiger Name ist; ein wahrhaft existierendes äußeres Objekt ist nicht zu finden. Doch die Menschen wissen das nicht und klammern sich hartnäckig an das, was ihnen erscheint. Aus dieser Anhaftung entsteht Verblendung, Karma wird geschaffen, und sie kreisen weiter durch die sechs Pfade der drei Reiche, leiden dabei unaufhörlich — und leiden, ohne auch nur zu wissen, warum. Ich, Dignāga, möchte dieses Prinzip denen darlegen, die es noch nicht verstehen, damit sie sehen, dass äußere Objekte in Wahrheit nicht real sind und es nicht wert sind, ihretwegen leidvoll durch die Reiche zu kreisen. Ich möchte, dass sie erkennen: Der Grund ihres Leidens liegt darin, dass sie die äußeren Objekte nicht richtig zu erkennen vermögen. Das ist es, was es heißt, den fühlenden Wesen zum Nutzen zu sein.
Die in der Abhandlung erwähnten „drei Reiche" sind das Begehrensreich, das Formreich und das formlose Reich. Das Begehrensreich ist der Bereich, in dem fühlende Wesen weilen, die zutiefst von allerlei Begierden beherrscht und gepeinigt werden. Im Formreich sind grobe, gemeine Begierden bereits abgeschnitten, doch besitzen diese Wesen noch immer einen Körper und bleiben geistig tätig. Das formlose Reich kennt weder Begierden noch eine körperliche Form — überhaupt nichts Stoffliches, nur geistige Aktivität. Die sechs Pfade, von denen im Buddhismus die Rede ist, liegen alle innerhalb der drei Reiche. Wie entstehen diese drei Reiche? Jedes fühlende Wesen trägt seine eigenen besonderen Leiden und Nebenleiden in sich, zahllos und vielfältig; grob in drei Arten eingeteilt, bilden diese die Grundlage für die Welten, in denen wir leben.
„Äußeres Objekt" bezieht sich auf das, was unsere sechs Sinne — Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist — erfassen und zu erkennen suchen, nämlich Formen, Klänge, Gerüche, Geschmäcke, Tastbares und dergleichen.
„Verblendete Anhaftung" — „verblendet" meint unvernünftig, irrig; „Anhaftung" meint falsche Unterscheidung, im Geist festgehalten und nicht losgelassen.
„Tor" — Tor, Pfad, Zugangsweg. Die rechte, nichtverkehrte Rede dient als das Tor, durch das fühlende Wesen die Eigennatur der Dharmas erkennen können.
„Natur" — was wir gewöhnlich „Substanz" oder „Wesen" nennen. In Wahrheit besitzt nichts ein Eigenwesen; alles entsteht aus Ursachen und Bedingungen. Doch sprechen wir von allem, als besäße es ein Eigenwesen, und so zielt diese Abhandlung darauf ab, eben diese Vorstellung zu durchbrechen.
„Verzerrtes Verständnis" — eine verkehrte Ansicht.