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Gab es jemals eine Verwirrung?

Ein wandernder Mönch, der auf seinen Reisen vor einer kleinen Klause einer alten Frau Rast machte, rief:

Ein wandernder Mönch, der auf seinen Reisen vor einer kleinen Klause einer alten Frau Rast machte, rief:

„Nonne! Außer euch — gibt es hier noch Verwandte?"

Die alte Frau: „Doch, einer!"

Der Mönch: „Aber warum sehe ich niemanden?"

Die alte Frau: „Schaut! Berge und Flüsse, die Erde, Gräser und Bäume — sie alle sind meine Verwandten!"

Der Mönch: „Das Unbeseelte ist nicht das Beseelte. Wann haben diese Berge, Flüsse, Gräser und Bäume je eure Gestalt angenommen, Nonne?"

Die alte Frau: „Und wie erscheine ich euch?"

Der Mönch: „Wie eine Laiin."

Die alte Frau: „Ihr seid ja selbst kein Entsagender!"

Der Mönch: „Nonne, ihr dürft den Dharma nicht verwirren."

Die alte Frau: „Ich habe den Dharma keineswegs verwirrt!"

Der Mönch: „Eine Laiin führt eine Klause, Gräser und Bäume werden ihre Weggefährten — wenn das den Dharma nicht verwirrt, was dann?"

Die alte Frau: „Dharma-Meister, so etwas solltet ihr nicht sagen. Bedenkt — ihr seid ein Mann, und ich bin eine Frau. Wann waren wir jemals verwirrt?"

Die unzähligen Dinge des Universums sind ursprünglich eins. Geist, Buddha und fühlende Wesen — ohne Unterschied. Und doch zerspalten wir beharrlich diese Einheit, diese Nicht-Zweiheit, und betrachten sie mit unterscheidendem Blick. So stehen in der Welt Recht und Unrecht, Gut und Böse, das Beseelte und das Unbeseelte — selbst Männer und Frauen als verschiedene Gattungen — die weltlichen und überweltlichen Dharmas ewig im Widerstreit. Doch vom Standpunkt der Einen Wahren Dharma-Welt aus gesehen — hat eine wie diese alte Frau jemals irgendetwas verwirrt?