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Der Kürbis des Meisters

Ein junger Mönch ging zu seinem Meister.

Ein junger Mönch ging zu seinem Meister.

»Meister! Ich meditiere jeden Tag, rezitiere oft die Schriften, stehe früh auf und habe keine ablenkenden Gedanken. Ich dachte, niemand könnte fleißiger sein als ich — warum also gelingt es mir nicht, die Erleuchtung zu erlangen?«

Der alte Meister holte einen Kürbis und eine Handvoll grobes Salz hervor und gab es dem jungen Mönch.

»Fülle ihn mit Wasser, gieße dann das Salz hinein und lass es sofort auflösen — dann wirst du die Erleuchtung erlangen!«

Bald darauf kam der junge Mönch zurückgerannt.

»Die Öffnung des Kürbisses ist zu klein! Ich habe das Salz hineingeschüttet, aber es löste sich nicht auf; ich rührte mit einem Essstäbchen, aber es ließ sich nicht rühren. Mir gelingt es immer noch nicht, die Erleuchtung zu erlangen!«

Der alte Meister nahm den Kürbis, goss etwas Wasser heraus, schüttelte ihn nur ein paar Mal, und das Salz löste sich auf.

»Wenn du den ganzen Tag über übst, ohne Raum für einen gewöhnlichen Geist zu lassen, bist du wie ein Kürbis, der bis zum Rand mit Wasser gefüllt ist — du kannst ihn nicht schütteln, du kannst nichts darin rühren. Wie soll sich da das Salz auflösen? Wie kannst du da die Erleuchtung erlangen?«