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Ehrwürdiger Gangxiao: EKT bei schwer behandelbaren Erkrankungen – Kapitel 6: Der medizinische Nachweis

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# Ehrwürdiger Gangxiao: ECT-Therapie für therapieresistente Erkrankungen, Kapitel 6: Der Beweis aus der medizinischen Wissenschaft

## Kapitel 6: Der Beweis aus der medizinischen Wissenschaft

1.  **Insulin-Komatherapie**
    Diese Behandlung sieht vor, Patient:innen eine festgelegte Dosis Insulin zu injizieren, um den Blutzucker zu senken und ein Koma auszulösen; nach mehreren solcher Sitzungen zeigt sich nach mehreren solcher Sitzungen eine therapeutische Wirkung bei psychischen Erkrankungen. Nicht lange nachdem Insulin 1922 erstmals erfolgreich isoliert werden konnte, begann man, seinen Einsatz zur Behandlung psychiatrischer Störungen zu erwägen. 1928 entwickelte M. Sakel diese Idee weiter und stellte fest, dass die Injektion höherer Insulindosen, die Patient:innen in ein tieferes hypoglykämisches Koma versetzen, bessere Ergebnisse erzielt. 1933 präsentierte er in Wien die erste große Fallserie, die einen Nutzen bei der Behandlung von Schizophrenie belegte, und nannte das Verfahren „Insulin-Komatherapie". Es wurde rasch von Wissenschaftler:innen weltweit übernommen und gehörte bald zu den wichtigsten Behandlungsmethoden psychischer Erkrankungen. In den 1930er und 1940er Jahren wurde es in einigen Regionen Chinas bereits angewendet; ab den 1950er Jahren verbreitete es sich weiter.

    Grundsätzlich eignet sich diese Therapie für alle Arten psychischer Erkrankungen, wobei die Ergebnisse je nach Krankheitsbild variieren. Die sorgfältige Auswahl geeigneter Fälle ist daher entscheidend. Die wichtigsten Indikationen sind:
    - Schizophrenie
    - Affektive Psychosen, einschließlich Manie und Depression
    - Reaktive Psychosen
    - Neurasthenie
    - Anorexia nervosa
    - Paranoide Psychosen

    Bei den letzten beiden Indikationen kann selbst eine leichte Hypoglykämie, die noch nicht zu einem vollständigen Koma führt, ausreichen, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. Die technischen Details der Durchführung lasse ich hier außen vor. Nach Einführung antipsychotischer Medikamente geriet diese Therapie außer Gebrauch. Die Hauptgründe dafür sind die Kosten und die aufwändige Durchführung. Dennoch wird die Insulin-Komatherapie nach wie vor bei chronischer Schizophrenie oder bei Patient:innen angewendet, die die Nebenwirkungen von Antipsychotika nicht vertragen. Deshalb wird sie in mehreren psychiatrischen Fachbüchern aus den 1990er Jahren, die ich zur Hand habe, beschrieben — darunter Shen Yucuns *Psychiatrie* sowie *Prävention und Behandlung in der Psychiatrie* von He Ji und Zhang Xiyuan, die beide bereits oben zitiert wurden.

    Im Kern durchlebt der Patient bei der Insulin-Komatherapie mehrere Phasen der Bewusstlosigkeit. Es ist wie eine Nahtod-Erfahrung — intensiver als die Bettruhe-Phase der Morita-Therapie — und stellt eine umfassende Belastungsprobe für Körper und Geist an der Grenze zwischen Leben und Tod dar. Sobald der Patient wieder zu sich kommt, bessert sich sein psychischer Zustand, und die körperlichen Symptome, die mit der psychischen Störung einhergehen, neigen dazu, nachzulassen oder ganz zu verschwinden: Verstopfung oder Schulter- und Rückenschmerzen im Rahmen von Depressionen, chronischer Durchfall oder Mundgeschwüre im Rahmen von Angststörungen.

2.  **Künstliche Winterschlaf-Therapie**
    Diese Methode setzt Medikamente ein, die das Thermoregulationszentrum hemmen und den Körper in einen Zustand versetzen, der dem Winterschlaf wechselwarmer Tiere gleicht. Dadurch wird eine protektive Hemmung ausgelöst und die Grundumsatzrate gesenkt.

    Die Ursprünge der künstlichen Winterschlaf-Therapie reichen bis ins Jahr 1862 zurück, als Walther erstmals künstliche Kühlung einsetzte, um Tiere für chirurgische Eingriffe zu betäuben. 1940 wandten Fay und Smith das Verfahren bei mehreren bösartigen Erkrankungen (siehe untenstehende Indikationen) sowie bei Sucht nach Anästhetika an und erzielten damit gute Ergebnisse. Anschließend wurde die künstliche Winterschlaf-Therapie in vielen medizinischen Fachbereichen klinisch angewendet. Akademiemitglied Shen Yucun setzte sie sich in China in den 1950er Jahren durch.

    Die in He Jis und Zhang Xiyuans *Prävention und Behandlung in der Psychiatrie* aufgeführten Indikationen gehen weit über psychiatrische Erkrankungen hinaus. Sie umfassen:
    - Schwere Traumata, etwa größere Operationen am Schädel, Brustkorb oder Bauchraum, sowie Patient:innen mit geringer Belastbarkeit
    - Schwere Verbrennungen und Verbrühungen
    - Schwere Infektionen: septischer Schock, toxische Enzephalitis, epidemische Zerebrospinalmeningitis, schwere Lungenentzündungen im Kindesalter, Tetanus, toxische Ruhr, Fieberkrämpfe und weitere
    - Status epilepticus, Eklampsie, thyreotoxische Krise, therapieresistente Schmerzen, Hitzschlag, Sonnenstich
    - Psychische Störungen
    - Psychomotorische Erregung
    - Akute psychogene Reaktionen
    - Starke Furcht, Angst, Panikattacken
    - Krisenintervention: Suizid, Totschlag, Gewalt, Erregung, impulsives Verhalten
    - Halluzinationen, Wahnvorstellungen

- Delirium
    - Dissoziative Störungen
    - Hohes Fieber u. a.

Die künstliche Winterschlaftherapie senkt die Körpertemperatur ebenfalls bis zur Bewusstlosigkeit herab – eine leichtere Begegnung mit dem Tod, eine weitere Nahtoderfahrung, die aber viele Leiden behandeln kann.

3.  **Traditionelle Chinesische Medizin**
    Wer in China aufwächst, ist von Kindesbeinen an mit den Vorstellungen vom Yin-Yang-Ungleichgewicht und den sieben Emotionen als Krankheitsursachen vertraut, sodass hier nicht näher darauf eingegangen werden muss.

    Immerhin eines: Die Behandlung psychischer Störungen mit chinesischer Medizin bringt erhebliche toxische Nebenwirkungen mit sich und widerlegt die landläufige Annahme, „chinesische Medizin habe kaum Nebenwirkungen". Komplikationen sind zahlreich, manche davon lebensbedrohlich.

    Der Stechapfel (*Datura metel*) zeigt eine gewisse Wirkung bei Manie und Schizophrenie. Seine wichtigsten Wirkstoffe sind Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin; sein Wirkmechanismus ähnelt der Atropin-Koma-Therapie – sie kann Patienten in Bewusstlosigkeit versetzen. Das Verfahren ist jedoch aufwendig, der Pflegeaufwand hoch, und es können schwere Komplikationen wie hohes Fieber auftreten.

    Brechnuss (*Nux vomica*) und *Coriaria sinica* sind chinesische Kräuter, die Krämpfe auslösen. „Ihr Wirkmechanismus ist dem der Schocktherapie recht ähnlich."

    Damit kommen wir zu einer weiteren Methode der westlichen Medizin: der Atropin-Koma-Therapie, die hier außen vor bleiben soll.

4.  **Akupunktur**
    Der Akupunktur wird gern eine wissenschaftliche Grundlage zugeschrieben – doch diese besteht im Grunde nur aus der Yin-Yang-Lehre und der Meridianlehre, die mit der modernen Anatomie und Physiologie nicht in Einklang zu bringen sind. Weil sie in der Praxis aber offenkundig wirkt, hat man ihr das Etikett „Wissenschaft" verpasst. In vielen Fällen geht ihre Wirkung nicht über psychologische Suggestion hinaus – oder sie funktioniert nach Morita-Art, indem sie die Aufmerksamkeit vom Krankheitsgefühl ablenkt.

    Nehmen wir die Moxibustion. Angenommen, Sie leiden unter Gelenk- oder Muskelschmerzen, wie sie Morita für die Neurose beschrieben hat: Fixierung, Übersteigerung und Überempfindlichkeit der Wahrnehmung, ohne organische Ursache, ohne Medikament, das über den Placeboeffekt hinaus hilft. Dann brennen Sie Moxa auf die Haut über dem Gelenk, bis sich Blasen bilden. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich auf den echten, sichtbaren Schmerz dieser Blasen, und die Gelenk- oder Muskelschmerzen treten in den Hintergrund. Die Blasen heilen binnen drei bis fünf Tagen ab, mitunter dauert es bis zu einer Woche; Sie beobachten sie Tag für Tag beim Verheilen, und wenn der Schorf sich löst, jubeln Sie: „Es ist geheilt! Die Krankheit ist weg!" Die Gelenkschmerzen oder das Muskelziehen haben Sie da längst vergessen.

5.  **Fastentherapie**
    Am 21. Juli 1998 veröffentlichte die auflagenstarke *Guangming Daily* einen Artikel mit dem Titel „Fastentherapie" – ein populärwissenschaftlicher Beitrag, kein religiöser oder abergläubischer. Darin wird die These vertreten, die Wurzel moderner Zivilisationskrankheiten liege in der Umweltverschmutzung: Pestizide, Düngemittel, Antibiotika, Zusatzstoffe, Blei und eine ganze Reihe weiterer Giftstoffe, die mit der täglichen Nahrung in den Körper gelangen, sich dort über die Zeit anreichern und die Gesundheit bedrohen. Der amerikanische Arzt Dr. Biller brachte fünfundfünfzig Jahre praktischer Erfahrung auf folgende Formel: „Die eigentliche Ursache aller Krankheiten sind nicht Bakterien, sondern Giftstoffe, die aus der Nahrung stammen, das Zellgewebe schädigen und so Bakterien das Eindringen ermöglichen."

    Der Hauptzweck des Fastens ist die Entgiftung. Während des Fastens verlangsamt sich die Peristaltik von Dünn- und Dickdarm, doch die Reibung zwischen den Darmwänden nimmt zu – dadurch lösen sich die „stagnierenden Fäkalien", die lange in den Darmfalten gesessen haben, und werden aus dem Körper ausgeschieden. Diese stagnierenden Fäkalien sind verfaulte, giftige Substanzen im Darm: Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Schwefelverbindungen, Wasserstoffverbindungen – alles hochgiftig. Manche davon werden durch die Darmwand in die Leber aufgenommen, beeinträchtigen deren Funktion und behindern die Entgiftung. Daher der Spruch: „Stagnierende Fäkalien sind die Quelle von zehntausend Krankheiten."

    Dies mag das Bindeglied sein zwischen dem wissenschaftlichen Beweis dieses Kapitels und dem alten kulturellen Beweis des vorherigen. Wie sich zeigt, hatte das Fasten von Moses, Jesus, Shakyamuni – und vielleicht auch Muhammads – durchaus eine wissenschaftliche Grundlage!

Natürlich ist dies nur scherzhaft gemeint – weder die Wissenschaft noch die Religion werden sich damit ohne Weiteres anfreunden.