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Die Weitergabe der Zen-Lampe

Eines Tages arbeiteten die Mönche des Klosters auf den Feldern. Huangbo griff nach einer Hacke und bemerkte, dass Linji mit leeren Händen hinter ihm herging. „Wo ist deine Hacke?", rief er. Linji erwiderte: „Jemand hat sie genommen." Hua...

Eines Tages arbeiteten die Mönche des Klosters auf den Feldern. Huangbo griff nach einer Hacke und bemerkte, dass Linji mit leeren Händen hinter ihm herging. „Wo ist deine Hacke?", rief er. Linji erwiderte: „Jemand hat sie genommen." Huangbo sagte: „Komm her. Ich möchte etwas mit dir besprechen." Linji trat vor. Huangbo stieß die Hacke aufrecht in die Erde und sagte: „Das ist es. Niemand auf der Welt hat je eine Hacke so aufgerichtet." Offensichtlich diente Huangbo die Hacke als Metapher für die Weitergabe der Zen-Lampe. Linji begriff Huangbos Absicht sofort. Er riss die Hacke an sich, stieß sie aufrecht in den Boden und sagte: „Warum liegt sie nun in meinen Händen?" Auch das ist ein Sinnbild: Es zeigt, dass die Vollmacht, das Dharma weiterzugeben, in seine Hände übergegangen ist. Huangbo trat zurück und sagte zu den versammelten Mönchen: „Heute ist jemand da, der eure Arbeit anführen wird." Es war deutlich, dass er Linji als bereit anerkannt hatte, seinen Platz einzunehmen, und nun ohne Sorgen zurücktreten konnte.

An einem anderen Tag grub Linji auf dem Feld, als er Huangbo herankommen sah. Er richtete sich auf und stützte sich auf seine Hacke. Huangbo, der ihn prüfen wollte, sagte: „Dieser Kerl muss erschöpft sein." „Ich habe diese Hacke nicht ein einziges Mal gehoben", erwiderte Linji, „wie sollte ich da müde sein?" Huangbo hob seinen Stock zum Schlag, doch Linji packte das Ende, stieß ihn heftig zurück und riss Huangbo zu Boden. Huangbo rief einen in der Nähe stehenden Mönch zu Hilfe. Der Mönch sagte: „Meister, wie lasst ihr diesen Verrückten so unverschämt sein!" Nachdem Huangbo wieder auf den Beinen war, schlug er auf jenen Mönch ein. Warum?