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Die Knochen des leeren Raumes zerschlagen

In seiner Jugend reiste Nationallehrer Musō tausend Meilen weit, um in Kyoto bei Chan-Meister Issan zu studieren. Eines Tages ging er in die Gemächer des Abts und fragte:

In seiner Jugend reiste Nationallehrer Musō tausend Meilen weit, um in Kyoto bei Chan-Meister Issan zu studieren. Eines Tages ging er in die Gemächer des Abts und fragte:

„Ich habe das große Anliegen noch nicht durchschaut. Meister, weisen Sie mich bitte direkt darauf hin!"

Issan antwortete nüchtern: „In meiner Linie gibt es weder Worte noch Sätze, noch ein Dharma, das ich den Menschen geben könnte."

Musō bat immer wieder: „Bitte, Ehrwürdiger, zeigen Sie mir einen Weg des Mitgefühls."

Issan erwiderte noch strenger: „Ich habe keine geschickten Mittel und kein Mitgefühl."

Nach mehreren solchen Versuchen, die keine Wegweisung brachten, dachte Musō: Da ihn mit diesem Meister keine Affinität verband, würde auch längeres Bleiben nicht zur Erleuchtung führen. Mit Tränen in den Augen nahm er Abschied von Issans Kloster und begab sich nach Manju-ji in Kamakura, um Chan-Meister Bukkoku aufzusuchen. Dort empfing ihn ein noch härterer Schlag mit dem Stock – ein gewaltiger Stoß für sein glühend suchendes Herz. Schließlich, gebrochenen Herzens, schwor er Bukkoku: „Wenn dieser Schüler nicht den Ort der großen Ruhe erreicht, werde ich nie wieder vor Sie treten." Er ging und suchte Tag und Nacht die stille Zwiesprache mit der Natur.

Eines Tages saß er unter einem Baum im vorderen Klosterhof, sein Geist frei von allen Bindungen, und bemerkte nicht, wie die Nacht hereinbrach. Er ging in seine Hütte, um zu schlafen. Als er sich hinlegte, noch halb benommen, hielt er eine Öffnung für eine feste Wand, lehnte sich dagegen und stürzte zu Boden. In jenem Augenblick brach er in Gelächter aus – und mit diesem Lachen war die große Erleuchtung vollendet. Mit völlig geöffnetem Körper und Geist dichtete er aus dem Stegreif:

Seit Jahren grabe ich die Erde auf der Suche nach dem blauen Himmel, Und schichte nur Schicht um Schicht von Dingen auf, die meine Brust verstopfen. Eines Nachts in der Finsternis warf ich einen zerbrochenen Ziegel, Und zerschlug beiläufig die Knochen des leeren Raumes.

Als sein inneres Auge klar und hell geworden war, suchte Musō aus Dankbarkeit die Meister Issan und Bukkoku auf, um ihnen darzulegen, was er erkannt hatte. Ihre Geister trafen sich in stillem Einverständnis, und Bukkoku lobte ihn über die Maßen und verlieh ihm sogleich das Siegel der Bestätigung: „Die subtile Bedeutung, die aus dem Westen überliefert wurde – du hast sie nun erlangt. Bewahre sie wohl!"

Musō war damals einunddreißig Jahre alt.

Chan-Meister aller Zeiten, im Osten wie im Westen, haben eine Gemeinsamkeit: Die meisten sprechen mit kalten Worten, doch in ihrem Innern wohnt ein mitfühlendes Herz. Meister Issans „keine geschickten Mittel, kein Mitgefühl" war selbst ein geschicktes Mittel, war selbst Mitgefühl. Meister Bukkokus Stock und Ruf waren noch größere geschickte Mittel und noch größeres Mitgefühl. Ohne diese beiden Meister wäre der spätere Nationallehrer Musō nie entstanden. Frühlingswind und Sommerregen lassen alle Dinge wachsen, doch Herbstfrost und Winterschnee bringen sie zur Reife.