Das Zen-Kōan vom Öffnen und Schließen
Mokuan Hōshi lebte in einem Tempel in Tanba. Eines Tages kam einer seiner Anhänger zu ihm gelaufen, um sich darüber zu beklagen, dass seine Frau überaus geizig sei. An einem anderen Tag suchte Mokuan die Frau seines Anhängers auf und hie...
Mokuan Hōshi lebte in einem Tempel in Tanba. Eines Tages kam einer seiner Anhänger zu ihm gelaufen, um sich darüber zu beklagen, dass seine Frau überaus geizig sei. An einem anderen Tag suchte Mokuan die Frau seines Anhängers auf und hielt ihr eine geballte Faust entgegen. „Was meinst du damit?“, fragte die Frau überrascht. „Wenn meine Faust für immer so bliebe, ohne sich jemals zu verändern, wie würdest du das nennen?“, fragte er. „Eine Missbildung“, antwortete die Frau. Darauf hielt er ihr die geöffnete Hand hin und fragte: „Wenn diese Hand für immer so bliebe, ohne sich jemals zu verändern, wie würdest du das nennen?“ „Immer noch eine Missbildung“, sagte sie. „Wenn du diesen einfachen Punkt begreifst, wirst du eine tugendhafte und fürsorgliche Ehefrau sein.“ Damit verabschiedete sich Mokuan. Von da an war die Frau eine ausgesprochen tugendhafte Ehefrau, die ihren Mann unterstützte und ihre Kinder aufzog. Sie war nicht mehr nur sparsam, sondern lernte auch, großzügig zu geben.