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Braucht man wirklich einen reinen Geist, um im Westlichen Reinen Land wiedergeboren zu werden?

Nachdem ich von der äußerst wirksamen Praxis des Nianfo erfahren habe – der fortwährenden Rezitation des Buddha-Namens, um die Wiedergeburt im Reinen Land zu erlangen –, kommt mir die Schwelle für eine Wiedergeburt im Westlichen Reinen L...

F: Nachdem ich von der äußerst wirksamen Praxis des Nianfo erfahren habe – der fortwährenden Rezitation des Buddha-Namens, um die Wiedergeburt im Reinen Land zu erlangen –, kommt mir die Schwelle für eine Wiedergeburt im Westlichen Reinen Land sehr niedrig vor, und ich glaube, dass man dort wiedergeboren werden kann, solange man Glauben und Wunsch hat. Doch es heißt häufig, die Angewohnheit, an Fernsehen und Unterhaltung festzuhalten, beflecke den reinen Geist, und wenn dieser erst einmal befleckt sei, falle es schwer, zu Buddha Amitabha zu finden – die Wiedergeburt werde damit aussichtslos. Stimmt das?

Der Ehrwürdige Da'an antwortet: Aus der Sicht der spirituellen Praxis ist die Schwelle für eine Wiedergeburt im Westlichen Reinen Land nicht nur niedrig – sie existiert schlicht nicht. Dies ist eine bedingungslose Erlösung, geboren aus vollkommenem Mitgefühl. Selbst jene, die die fünf schwersten Vergehen und zehn bösen Taten begangen haben, können dort wiedergeboren werden, wenn sie Glauben und Wunsch haben und den Buddha-Namen rezitieren. Was für eine Schwelle sollte es geben? Es gibt keine. Dies ist die Erlösung des Buddha für alle fühlenden Wesen, die er wie sein einziges Kind ansieht, getragen von grenzenlosem Mitgefühl. Warum sollte er Bedingungen für den Zutritt stellen? Man muss nicht erst ein bestimmtes Verwirklichungsniveau erreichen, um eingelassen zu werden. Solche Bedingungen werden gar nicht erst gestellt.

Doch das bedeutet nicht, dass die Wiedergeburt leicht zu erlangen wäre. Der Weg ins Reine Land erscheint schwierig und ist doch einfach, erscheint einfach und ist doch schwierig – er ist für sich genommen zutiefst anspruchsvoll. Zum einen ist es nicht leicht, echten Glauben zu entwickeln. Wirklich die Anhaftung an diese Saha-Welt loszulassen und von ganzem Herzen die Wiedergeburt im Land des Höchsten Glücks anzustreben, ist ebenfalls sehr schwer.

Manche Menschen schaffen es nicht einmal, an einem einzigen Tag 10.000 Wiederholungen des Buddha-Namens zu rezitieren. Sie behaupten, sie hätten keine Zeit, sie seien viel zu beschäftigt. Dies und jenes sei noch zu erledigen, diese Pflicht und jene Verpflichtung warteten. Weltliche Angelegenheiten stellen sie weit über die Rezitation des Buddha-Namens, die Praxis behandeln sie als unwichtig. Wenn sie es dann doch versuchen, klagen sie schon nach wenigen Minuten über Rücken- und Beinschmerzen. Bekommen sie eines Tages eine Erkältung, sagen sie, sie seien zu krank zum Rezitieren. Steigt einige Tage später Fieber, können sie immer noch nicht. Geht es ihnen ein paar Tage darauf wieder besser, behaupten sie, dringende weltliche Aufgaben warteten – und rezitieren immer noch nicht.

Sie finden immer eine Ausrede. Wer ständig neue Ausreden parat hat, dem fehlt es offensichtlich an echtem Glauben und Wunsch. Besonders wenn sie auf Schwierigkeiten oder Rückschläge stoßen: Sie beginnen mit der Rezitation nur aus einer flüchtigen Regung heraus, um dieser Welt zu entfliehen. Doch wenige Tage später, wenn sich ihr Glück wendet – wenn Geld zu verdienen ist, ein Amt zu gewinnen winkt und allerlei sinnliche Vergnügungen locken –, werfen sie den Buddha-Namen ins östliche Meer und denken nie wieder daran.

Für fühlende Wesen ist es daher keineswegs leicht, echten Glauben und Wunsch zu kultivieren. Wären Glaube und Wunsch wirklich so einfach zu erlangen, säßen wir nicht immer noch in dieser Saha-Welt fest – wir wären längst im Reinen Land wiedergeboren worden. Wenn du wirklich Glauben und Wunsch hast und aufrichtig entschlossen bist, den Kreislauf von Geburt und Tod zu durchbrechen, wie solltest du dann noch Zeit finden, fernzusehen oder Karaoke zu singen und dich anderweitig zu vergnügen? Von all diesen Ablenkungen muss man sich lösen. Wenn du nicht einmal das loslassen kannst – wo bleibt da dein aufrichtiges Verlangen, dem Kreislauf von Geburt und Tod zu entkommen? Wie willst du es unter Beweis stellen? Es bleibt nicht bei bloßen Worten – es muss sich konkret im Handeln zeigen.

Doch das bedeutet nicht, dass du einen vollkommen reinen Geist brauchst, um im Reinen Land wiedergeboren zu werden. Was deine innere Haltung zur Praxis betrifft, musst du die Rezitation des Buddha-Namens über alles andere stellen und bei jedem freien Moment rezitieren.

Denn dieses Leben ist sehr kurz. Leben und Tod sind unbeständig, und der Tod kann in jedem Augenblick eintreten. Geh nicht davon aus, dass du noch viele Jahre vor dir hast. Man weiß nie: ein Erdbeben, ein Tsunami, eine Seuche, ein Krieg – irgendetwas davon könnte dein Leben im Nu auslöschen.

Du musst dir das Bewusstsein des Todes stets vor Augen halten. Der Tod kann jederzeit und in jeder Gestalt kommen, und du weißt nie, wann er eintrifft. Betrachte daher jeden Tag als den letzten Augenblick deines Lebens. Wenn du diese Sichtweise wirklich vertrittst, wie solltest du dann noch Zeit finden, fernzusehen oder Unterhaltung zu suchen?

Es ist genau dieser aufrichtige Glaube und Wunsch, der dich mit der Kraft von Amitabhas Gelübde verbindet und die Wiedergeburt ermöglicht. Sind Glaube und Wunsch nicht aufrichtig, bleibt es bei bloßen Worten – oder wenn du weiterhin weltlichen Angelegenheiten den Vorrang gibst und die Rezitation des Buddha-Namens auf die lange Bank schiebst, wirst auch du nicht im Reinen Land wiedergeboren werden.