Behandle deine Arbeit als Weg der Läuterung: Nutze Arbeitserfahrungen, um Geist und Herz zu kultivieren und zu verfeinern
Wenn ich heute zur Arbeit gehe, arbeite ich nicht für andere. Ich sehe meine Arbeit als eine Form der Läuterung: Ich verfeinere meinen Geist und mein Herz, indem ich jede Situation, die mir bei der Arbeit begegnet, durchlebe. Früher sind...
Wenn ich heute zur Arbeit gehe, arbeite ich nicht für andere. Ich sehe meine Arbeit als eine Form der Läuterung: Ich verfeinere meinen Geist und mein Herz, indem ich jede Situation, die mir bei der Arbeit begegnet, durchlebe. Früher sind wir doch nur zur Arbeit gegangen, um gute Leistungen zu erzielen und die Anerkennung unserer Vorgesetzten zu gewinnen, nicht wahr? In Wahrheit besitzt du nur so viel karmisches Verdienst, wie dir bestimmt ist. Ehrlich gesagt hat es nur wenig damit zu tun, ob dein Vorgesetzter dich schätzt. Glaubst du das?
Wenn du diese Kapazität an karmischem Verdienst in dir trägst, wenn du den Geist erweckst, der sagt: „Es ist der Geist, der einen Buddha macht", wenn du einen fleißigen, strebenden Geist entwickelst und heilsame Gedanken pflegst, dann erweckst du das karmische Verdienst, das von Natur aus in deinem wahren Wesen vorhanden ist. Dieses Verdienst wird dir auf natürliche Weise zugutekommen und sich von selbst entfalten – du musst ihm nicht von außen hinterherjagen. Tatsächlich haben wir es in der Vergangenheit übertrieben und weit mehr getan, als nötig war. Was dir von Rechts wegen zusteht, brauchst du nur in deinem Herzen zu suchen – das ist der richtige Weg.
Wir gewöhnlichen Wesen können nicht behaupten, überhaupt nichts zu suchen – das ist der Zustand der Arhats. Arhats streben keine weltlichen Dinge mehr an; sie sind über jedes Streben hinaus. Gewöhnliche Menschen hingegen suchen rücksichtslos, jagen allem und jedem hinterher und enden zerschunden und zerschlagen, ohne dass ihre Bemühungen Früchte tragen. Auch der Mahayana-Buddhismus lehrt uns zu suchen, doch aus unserem wahren Wesen heraus. Solange du deinen Geist beruhigst und zur Ruhe bringst, ist das Leben ein Prozess der Selbstläuterung, der mit anderen nichts zu tun hat. Ob andere dich schätzen oder nicht, ist schlicht das Ergebnis der karmischen Verbindungen, die du in früheren Leben geknüpft hast. Natürlich sollten wir andere nicht absichtlich provozieren.
Doch was dir wirklich gehört, das gehört dir, ganz gleich, was andere tun. Du brauchst es nicht im Außen zu suchen; wende dich nur nach innen. Du musst alle Phänomene überschreiten und alle Dharmas kultivieren. Wenn du einen Geist der Großzügigkeit (dāna) erweckst, bringst du das von Natur aus vorhandene Verdienst der Großzügigkeit in deinem Herzen zum Schwingen und ziehst daraus Nutzen. Wenn du die Übung der moralischen Disziplin (sīla) mit einem disziplinierten Geist ausübst, bringst du das von Natur aus vorhandene Verdienst der Disziplin in deinem wahren Wesen zum Schwingen und ziehst auch davon Nutzen.