Behandelt Samsara als alltägliche Belanglosigkeit, nehmt die Befreiung als unbedeutige Kleinigkeit
„Die Menschen dieser Welt sind oberflächlich und unedel und wetteifern allesamt um triviale, nicht dringliche Dinge“ – dieses Sprichwort fasst den sich stetig verschärfenden Zustand der Fünf Befleckungen in der Saha-Welt treffend zusammen.
„Die Menschen dieser Welt sind oberflächlich und unedel und wetteifern allesamt um triviale, nicht dringliche Dinge“ – dieses Sprichwort fasst den sich stetig verschärfenden Zustand der Fünf Befleckungen in der Saha-Welt treffend zusammen.
Wenn wir uns umsehen, weilen wir fühlenden Wesen seit Äonen in dieser befleckten Welt: Daher nimmt unser abhängiges Retributionsfeld zunehmend an Substanz ab. Was in ethischen und moralischen Systemen einst als falsch galt, gilt heute als richtig – daher wird unser abhängiges Retributionsfeld zunehmend niedrig und unedel. Die drei Gifte des Leidens verdichten sich immer stärker, sodass unsere heilsamen Wurzeln immer seichter werden, unsere egoistische Überheblichkeit immer weiter wächst, unsere Verbundenheit mit dem Dharma immer schwächer wird, unser Zweifel immer schwerer wiegt und unser Glaube immer mehr schwindet: Daher wird unser direktes Retributionsfeld zunehmend nichtiger. Zwischen den Menschen herrscht wenig Vertrauen, alle jagen schnellem Erfolg und sofortigem Gewinn nach, und gegenseitige Täuschung, raffgierige Ausbeutung und räuberische Aneignung durchdringen alle zwischenmenschlichen Beziehungen – daher wird unser direktes Retributionsfeld zunehmend niedriger und unedler!
Dieser Zustand der „oberflächlichen Gewöhnlichkeit“, der sich in der Welt manifestiert, äußert sich darin, dass alle nach trivialen, nicht dringlichen Dingen streben. Aus der Perspektive weltlichen Lebens und Sterbens gelten zwar Dinge wie die Sicherung von Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Fortbewegung, die Gründung einer Familie und der Aufbau einer Karriere, das Aufziehen von Kindern sowie die Pflege älterer Angehöriger und die Bestattung Verstorbener als große Lebensmeilensteine – tatsächlich sind sie aber allesamt nicht dringlich.
Aus der Sicht des transzendenten Dharma sind selbst die bloße Kultivierung der Früchte der menschlichen und himmlischen Reiche, das ausschließliche Praktizieren des Pfades und die Verwirklichung der Früchte des Hinayana sowie das Streben nach dem Mahayana-Pfad um persönlicher Vollendung willen allesamt nicht dringlich. Vom Standpunkt des Reinen-Land-Dharma-Tors aus fallen alle auf eigener Kraft beruhenden Dharma-Pfade und Praktiken in die Kategorie des Nicht-Dringlichen, und einzig das Streben nach Wiedergeburt im Reinen Land ist die dringliche Priorität!
Darum lehrte einst Meister Shandao:
Kehrt um, kehrt zurück! Das Reich des Mara ist kein Ort zum Verweilen. Seit Äonen wandern wir durch die Wiedergeburt und durchziehen alle sechs Daseinsbereiche. Nirgendwo ist wahre Freude zu finden, nur Klagen und Seufzen sind zu hören. Ist dieses Leben einst zu Ende, betreten wir jene Zitadelle des Nirvana.