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Wie können hohe Berge den Flug der wilden Wolken hindern?

Mit 27 Jahren gab der Mönch Shan Jing sein Amt auf, um sich ordinieren zu lassen. Er machte sich auf den Weg zum Berg Lepu, um unter Chan-Meister Yuan An zu üben. Dieser betraute ihn mit der Pflege des Klostergartens und ließ ihn seine Ü...

Mit 27 Jahren gab der Mönch Shan Jing sein Amt auf, um sich ordinieren zu lassen. Er machte sich auf den Weg zum Berg Lepu, um unter Chan-Meister Yuan An zu üben. Dieser betraute ihn mit der Pflege des Klostergartens und ließ ihn seine Übung in der schlichten, beständigen Arbeit der Gartenarbeit verankern.

Eines Tages glaubte ein Mönch im Kloster, seine geistliche Ausbildung vollendet zu haben und bereit zum Wandern zu sein. Er suchte Chan-Meister Yuan An auf, um sich zu verabschieden und um Erlaubnis zu bitten, den Berg verlassen zu dürfen.

Als Chan-Meister Yuan An sein Anliegen hörte, beschloss er, ihn auf die Probe zu stellen, und sagte lächelnd: „Berge umgeben dich von allen Seiten — wohin willst du gehen?"

Der Mönch erkannte das Chan-Prinzip hinter der Frage nicht, war sprachlos und konnte nur umkehren.

Unterwegs geriet er unversehens in den Gemüsegarten des Klosters.

Shan Jing war gerade beim Jäten. Als er die sorgenvoll gefurchte Stirn des Mönchs bemerkte, fragte er: „Bruder, was bedrückt dich?"

Der Mönch erzählte ihm die ganze Geschichte.

Shan Jing verstand sogleich, dass die ringsum liegenden Berge eine Metapher für die zahllosen Schwierigkeiten und Hindernisse auf dem geistlichen Weg waren. Chan-Meister Yuan An hatte Glauben und Entschlossenheit des Mönchs geprüft, doch dieser hatte die Absicht seines Lehrers nicht erfasst. Da lächelte Shan Jing und sprach zum Mönch:

Wie kann dichter Bambus den fließenden Bach hindern? Wie können hohe Berge den Flug der wilden Wolken hindern?

Dann erklärte er auch, was die Verse bedeuteten: Selbst der dichteste Bambus kann das Wasser nicht am Fließen hindern, und die höchsten Gipfel können die Wolken nicht davon abhalten, über den Himmel zu ziehen.

Überglücklich, als hätte er einen unschätzbaren Schatz gefunden, eilte der Mönch zu Chan-Meister Yuan An zurück und trug ihm die Verse vor:

Wie kann dichter Bambus den fließenden Bach hindern? Wie können hohe Berge den Flug der wilden Wolken hindern?

Der Mönch war sicher, dass der Meister vor Freude strahlen und ihm sofort die Erlaubnis erteilen würde, den Berg zu verlassen. Doch zu seinem Erstaunen hielt Chan-Meister Yuan An nach den Versen kurz inne, runzelte die Stirn und sah ihm direkt ins Gesicht. „Das ist keine Antwort, auf die du von selbst gekommen wärst", sagte er. „Von wem hast du sie?"

Als er merkte, dass sein Lehrer ihn durchschaut hatte, blieb dem Mönch nichts anderes übrig, als Shan Jing zu nennen.

Chan-Meister Yuan An wandte sich dem Mönch zu und sagte: „Shan Jing, der Gärtnermönch, wird Großes vollbringen! Lerne von ihm. Er hat noch nicht einmal darum gebeten, den Berg verlassen zu dürfen — du bildest dir ein, eine Verbeugung würde dich freikaufen?"

Chan-Reflexion

Um diesen Weg zu gehen, müssen wir uns zunächst klar sehen, ohne uns selbst etwas vorzumachen. Die kleinen, unscheinbaren Prüfungen, denen wir begegnen, tragen oft einen Sinn in sich, den wir noch nicht erkennen können. Es gibt keine unüberwindlichen Schwierigkeiten in dieser Welt, kein Hindernis, das nicht überwunden werden könnte. Der Schlüssel liegt in deinem eigenen Entschluss: Steht dein Entschluss einmal fest, weicht jede Herausforderung.