Welcher Weg führt aus den Bergen? Folge dem Bach
Nachdem er Mazu Daoyis Lehre gehört hatte, dass „dieser Geist selbst Buddha ist", erwachte der Mönch Damei (752–839) und zog sich in die Wildnis zurück. Er baute sich eine einfache Grashütte, direkt am Bergpfad.
Nachdem er Mazu Daoyis Lehre gehört hatte, dass „dieser Geist selbst Buddha ist", erwachte der Mönch Damei (752–839) und zog sich in die Wildnis zurück. Er baute sich eine einfache Grashütte, direkt am Bergpfad.
Eines Tages verirrte sich ein wandernder Mönch – ein unsui, ein „Wolken-Wasser"-Pilger –, der bei Meister Yanguan (selbst ein Dharma-Erbe Mazus) studierte, im Wald. Er stieß auf den weisen alten Mönch und fragte: „Wie viele Jahre lebst du schon in diesen Bergen?"
Damei antwortete schlicht: „Ich habe nur zugesehen, wie die Gipfel ringsum grün und dann gelb wurden. Ich achte nicht auf Monate oder Jahre – es gibt keinen Kalender in den Bergen."
Der Wanderer hakte nach: „Welcher Weg führt mich hinaus?"
Dameis Antwort kam sofort: „Folge dem Bach. Geh mit dem Wasser, und es wird dich zur Mündung tragen, wo du eine Stadt findest."
Handeln an sich ist einfach. Es ist das Knäuel starrer Regeln, das uns so oft unfähig macht, auch nur einen einzigen Schritt zu tun – jeder muss seinen eigenen natürlichen Weg finden. Als der wandernde Mönch zurückkehrte und seinem Lehrer Yanguan von der Begegnung erzählte, erkannte Yanguan, dass Damei ein Dharma-Bruder unter Mazu war. Er schickte einen jungen Novizen mit einem Brief und bat den Einsiedler eindringlich, vom Berg herabzukommen und den Dharma zu lehren. Damei jedoch antwortete nicht.
Nicht willens, die Welt näher an sich heranzulassen, hinterließ er ein Gedicht und zog sich noch tiefer in die Berge zurück:
Ein Teich voll Lotusblätter schenkt Kleider ohne Ende, ein paar Kiefern bieten mehr als genug Nahrung. Nun, da die Welt meinen Wohnort gefunden hat, werde ich meine Strohhütte in ein tieferes Tal verlegen.