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Berge blühen wie Brokat, der Bach tiefblau wie Indigo

„Alles, was Gestalt hat, ist dem Vergehen unterworfen. Gibt es in dieser Welt überhaupt eine ewige, unveränderliche Wahrheit?"

Einmal fragte jemand Zen-Meister Dalong: „Alles, was Gestalt hat, ist dem Vergehen unterworfen. Gibt es in dieser Welt überhaupt eine ewige, unveränderliche Wahrheit?"

Zen-Meister Dalong antwortete: „Die Bergblumen blühen wie Brokat; der Bach ist tiefblau wie Indigo."

Was für eine wunderschöne Landschaft das vor unser inneres Auge ruft!

„Die Bergblumen blühen wie Brokat“ – die Blüten am Berg sind so lieblich wie gewebte Seide. Obwohl sie im Nu verwelken, öffnen sie sich ungezwungen und voller ungezügelter Lebensfreude. „Der Bach ist tiefblau wie Indigo“ – tief im Bergbach spiegelt das Wasser den blauen Himmel, während seine Oberfläche still und unverändert bleibt.

Diese Zeilen bergen eine verborgene Wahrheit: Die Welt selbst ist wunderschön, doch bei der geringsten Unachtsamkeit gleitet sie uns davon und verschwindet. Der Sinn des Lebens liegt im Prozess des Lebens selbst.

In unserer materiellen Welt gibt es einen Pfeil der Zeit, und alles ist zutiefst von ihm geprägt. Blühen ist dazu bestimmt, im Verblassen zu enden, doch die Bergblumen halten ihre Lebendigkeit nicht zurück, nur weil sie verwelken müssen; der klare Bach hört nicht auf, den blauen Himmel zu spiegeln, nur weil er stetig weiterfließt. Der Pfeil der Zeit kennt nur eine Richtung. Als Lebewesen müssen wir alle den gegenwärtigen Augenblick ergreifen – heute, genau jetzt.