Die Affektionen des Buddhas
„Hat der Buddha Affektionen?"
Ein Schüler fragte Chan-Meister Zhaozhou Congshen: „Hat der Buddha Affektionen?"
„Ja!"
„Aber wie kann das sein? Der Buddha ist befreit — wie könnte er noch Affektionen haben?"
„Weil du noch nicht hinübergegangen bist."
„Und wenn ich übe und hinübergehe — wird der Buddha dann noch Affektionen haben?"
„Ja!"
„Aber ich bin doch schon hinübergegangen — warum hat der Buddha sie dann noch?"
„Weil die Wesen noch da sind."
„Wenn die Wesen niemals alle erlöst werden können, ist der Buddha dann für immer in den Affektionen gefangen, ohne Ausweg?"
„Er ist bereits darüber hinaus. Es gibt keine Affektion."
„Aber die Wesen sind doch nicht alle erlöst — warum also ist der Buddha frei von Affektionen?"
Zhaozhou sprach: „In der eigenen Natur des Buddhas ist jedes Wesen bereits hinübergegangen."
Bei diesen Worten schien der Schüler etwas zu ahnen.
Die Affektionen gewöhnlicher Wesen entstehen aus Unwissenheit und verblendetem Denken. Die Affektionen des Buddhas entstehen aus Mitgefühl. Seine Freiheit von den Affektionen kommt aus der Prajna. Lieber Leser — hast du Affektionen? Entstehen deine aus Mitgefühl? Aus Prajna? Oder aus Unwissenheit und verblendetem Denken?